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Titel Ausgabe 2



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Zurück Ausgabe 2 vom 21.06.1981 • Seite 15ohne Login!

• Verbände - Schulen

1. Weltkongress Astrologie Ostern 1981

Peter Matthiesen

2 Themen

Versucht man die 24 Vorträge dieser dreieinhalb Tage zu ordnen, so bieten sich hierfür zwei Gruppen an.

Die erste Gruppe mit den Vorträgen von Alexander Ruperti, Thorwald Dethlefsen, Liz Greene, Louise und Bruno Huber, Birthe Kirk, Richard Idemon, Noel Jan Tyl, Prof. Arnold Keyserling, Dennis Elwell befasste sich mehr mit den grundsätzlich zukunfts-orientierten Grundlagen zeitgemässer Astrologie. Das Horoskop wird hier als Messinstrument für o das jedem Menschen innewohnende Energiepotential gesehen, das es in der astrologischen Beratung zu erkennen, dem Ratsuchenden bewusst zu machen und zu entwickeln gilt.

Die zweite Gruppe der Vortragenden mit Dr. Serena Foglia, Jim Lewis, Gina Ceaglio, Charles Harvey, Pam Bennet, B.A. Mertz, Edith Wangemann, Dr. Ernst von Xylander, Dr. Baidur Ebertin, Marion March, Jean Pierre Nicola befasste sich mehr mit der methodisch praktischen Seite der Astrologie als Lebenshilfe. Hier stan- 30 den Arbeitstechniken und Handhabungen im Vordergrund, die das Horoskop weiter entschlüsseln, spezielle Thematiken und Probleme des Ratsuchenden stärker heraustreten lassen ohne auch nur den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um »Astrologieschlosser« handelte, denen die Technik wichtiger ist als das, was sie erreichen wollen.

Der Vortrag von Prof. Keyserling sei besonders erwähnt, weil er die grosse Brücke schlug zu den modernen Wissenschaften insbesondere Philosophie, Biologie und Physik, die alle zu einem neuen Weltverständnis beitragen, das dem der Astrologie gleicht.Keyserling: Jeder Mensch ist ein Genie, nur weiss er es nicht in der Umgebung in der er lebt. Die Astrologie zeigt ihm den Ort an, wo er sich verwirklichen kann. Sie ist eine »Strasse zum Mensch-Werden«.

Und darin waren sich alle Referenten einig: Die Astrologie muss sich nun endgültig wegentwickeln von dem falschen kausalen Ereignisdenken, das die Planeten für Ereignisse in unserem Leben verantwortlich macht und damit den Menschen in seiner Entwicklung behindert. Die Entwicklung geht hin zu einer Astrologie, die das Horoskop als ein Messinstrument für ein latent vorhandenes, aber noch weitgehend ungenutztes -Kräftepotential ansieht, das es im Leben zu entwickeln gilt.

Lebensprobleme sind - um die Gedanken Thorwald Dethlefsens zu benutzen - nichts anderes als die Auseinandersetzung mit universellen Prinzipien, dargestellt durch die Planetensymbole im Horoskop. Das Akzeptieren und Integrieren dieser Prinzipien macht den notwendigen Lernprozess aus und damit die Integration, die »Erlösung« der Persönlichkeit.

Astrologie als Lebenshilfe

In seinem Eröffnungsvortrag umreisst Bruno Huber das Thema des Weltkongresses: Astrologie als Lebenshilfe. Astrologie ist in erster Linie »Selbst-Hilfe«, ist die Auseinandersetzung mit sich selbst, das Erkennen der eigenen fehlerhaften Seiten und Schwächen, damit der Mensch sich von diesen Beschwernissen befreien kann, die ihn am geistigen Fortkommen hindern.

So ist der uralte Satz »Mensch, erkenne Dich selbst«, die entscheidende Basis jeder astrologischen Arbeit. Der Mensch muss zunächst wissen, aus welchen Stoffen er gebaut ist und welche Kräfte und Energieströme ihn beherrschen. Dann kommt die Selbsterkenntnis, die Annahme dieser Tatsachen und damit die Bewusstheit, die wiederum Voraussetzung für die Überwindung dieser Schwierigkeiten ist. Bruno Huber versteht die Astrologie in erster Linie als »Entwicklungs-Hilfe« für den Menschen.

Soll Astrologie als Selbsthilfe erfolgreich sein, muss Vertrauen zwischen Astrologen und Ratsuchenden herr-schen, müssen beide auf einer Ebene stehen, muss die Horoskopbesprechung zu einer Begegnung werden. Und folgerichtig ist das Horoskop dann in seiner Gesamtheit eine neutrale »Begegnungsfläche«.

Astrologie auf dem Wege zur selbständigen Psychologie

Dennis Elwell sprach von der Astrologie als der »Wissenschaft vom Potential«, das sich bei leider nur sehr wenigen Menschen automatisch manifestiert. Um diese Potentiale zu nutzen und zu entwickeln, müssen Zielsetzungen, Aufgaben, Situationen, Zustände usw. vorhanden sein, damit sich die Seele entfalten kann. Der Mensch braucht Probleme, um zu wachsen, hat er jedoch keine, dann sucht er sie sich selbst, macht z.B. aus einem Mücke-Problem ein Elefanten-Problem, damit der Lernprozess erfolgreich verlaufen und das Potenzial voll genutzt werden kann.

Für Thorwald Dethlefsen ist die Astrologie die »Lehre von den Urprinzipien« oder die »Lehre von den Urtypen des Universums«, versinnbildlicht durch die Planeten, die Prinzipien darstellen, die es im Leben zu integrieren gilt. Das Horoskop stellt so den Lehrplan für das Leben dar. Das Problem besteht dann meist darin, das Prinzip in sich hineinzulassen und, obwohl man es nicht kennt, und daher Angst davor hat, sich mit ihm zu befassen, es kennen- und lieben zu lernen, es auszubauen und zu akzeptieren. Beim Verdrängen oder Weglaufen vor diesem Prinzip ergibt sich ein zwangsweiser Lernprozess, den man Ereignis nennt und das man den Planeten in die Schuhe schiebt. Dethlefsen: Opfern Sie freiwillig diesen göttlichen Prinzipien, sonst holen sie sich ihr Opfer. Richard Idemon spricht hier von dem Problem »des nicht geladenen Gottes«. Tyl spricht von den Planeten als den Verhaltensmöglichkeiten, die auf eine Erfüllung hinarbeiten.

Entwicklung des Bewusstseins als Lebensaufgabe

Für alle Vortragenden steht in der astrologischen Beratung die Erv/eite-rung des Bewusstseins des Ratsuchen-den für die Fragen und Probleme seines Lebens im Vordergrund. Der Klient muss sich seines Energiepotentials und deren alternativen Nutzungsmöglichkeiten bewusst werden. Er muss sich über seine Lebensaufgabe und die damit verbundenen Lernprozesse klar werden.

Birthe Kirk geht in ihrem Vortrag »Die Dynamik des Bewusstseins« auf die besondere Bedeutung von Uranus, Neptun und Pluto bei der schöpferischen Entwicklung des Menschen ein. Die Energieströme dieser drei »neuen« Planeten können wir mit unserem Bewusstsein und unserem Intellekt nicht steuern. Die Entfaltung dieser Energien jedoch, mit denen wir aus den Quellen des Lebens schöpfen können, bereitet den meisten Menschen grosse Probleme, weil sie sehr eng mit dem Wachsen unseres Gefühlslebens verbunden sind.

Solange wir uns nicht emotionell öffnen - so B. Kirk -, auch unsere Gefühle wachsen lassen, hat unser Genius keine Chance hervorzukommen. Solange wir nur auf Leistung ausgerichtet sind, haben Neptun und Pluto keine Chance zu wirken. Wir müssen uns daher identifizieren mit dem, was wir tun. Wir vergewaltigen unsere Seele, wenn wir alles, was wir tun, nicht gern tun. Glück, Liebe und Freude bleiben unbekannte Erfahrungen.

In ihrem Vortrag »Altersstufen und Bewusstseinskrisen« stellt Louise Huber besonders die Stadien der Bewusstseinsentwicklung heraus. In der von Bruno entwickelten »Altersprogression«, einer Zeitdimension im Horoskop, sind beim Durchgang des sogenannten »Alterspunktes« durch die Häuser die dynamischen Entwickungsprozesse und -krisen des Be-wusstseins zu erkennen. Am stärksten sind diese Entwicklungsstadien und -krisen beim Übergang des Alterspunktes über einen Planeten spürbar. Hier wird das Prinzip dieses Planeten in das Bewusstsein des Menschen gerückt, kann von ihm direkt wahrgenommen und als Lernprozess integriert werden. Für das geistige Wachstum sind vor allem die Übergänge des Alterspunktes über die sogenannten »Talpunkte« eines Hauses immer eine Chance zur Bewusstseinswandlung und zur Weiterentwicklung, aber auch Krisenpunkte im Leben.

Die Entwicklung des Bewusstseins ist auch in der »Huberschen Flasche« symbolisch dargestellt. In dieser »Flasche« sind Sonne und Mond und alle Planeten in einem bestimmten System dargestellt. Die Entwicklung des Bewusstseins geschieht symbolisch vom Boden der Flasche, jeweils begleitet von den Stadien der Bewusstseinsentwicklung, bis hin zum Flaschenhals über Uranus, Neptun bis zum Pluto-Prinzip, das es zu erreichen und zu integrieren gilt.

Alexander Ruperti spricht in seinem Vortrag von dem »psychologischen Alter«, das unabhängig vom Lebensalter ist. Die Bedeutung dieses Alters müsse erkannt werden. Es ist das Alter, das für das Horoskop wichtig ist, weil es unter Berücksichtigung des jeweiligen Bewusstseinszustandes das widerspiegelt, was der Horoskopeigner an Erfahrungen ausgewertet und integriert hat.

Der eindrucksvolle Vortrag von Liz Greene über astrologische Bilder und analytische Prozesse liess eine andere Dimension in der astrologischen Beratung erspüren. Dies ist keine herkömmliche Traumdeutung mehr.-Es ist eine Dynamisierung und Transzenierung astrologischer Bilder und o Symbole, wobei sich Frau Greene aber nur scheinbar vom Horoskop entfernt. Liz Greene steht mitten im Horoskop, mitten in der Realität des Problems ihres Ratsuchenden. Sie dringt vom Patienten her in die Welt der Träume und Bilder und Symbole ein, nimmt die Realität und Erfahrung dieser Bilder an, kommt über die Symbole zum Menschen. Nicht Intellekt, nicht Wissen stehen im Vordergrund, sondern die Öffnung der Klienten und die Identifizierung des Beraters auf der gleichen Ebene.

Mehr Mythologisierung in der Astrologie

In seinem faszinierenden Vortrag über »Archetypen der Planeten« deckt Richard Idemon einen Urgrund unserer Denkweise, unsere archetypischen Denkschemata auf Idemon stellt fest, dass das menschliche Denken auch heute noch seine Grundlagen in der polytheistischen Welt hat, die, ob wir wollen oder nicht, heute wie vor mehr als 2000 Jahren unser Denken unbewusst beherrscht. Um die Planetensymbole also richtig für unser Leben zu deuten, müssen wir in die Welt der Mythologien hinabsteigen. Serena Foglia gibt hier in ihrem Vortrag ein sehr schönes Beispiel der mythologischen Deutung von Saturn und Jupiter.

Methodische Astrologie

In der Gruppe der Vorträge über die mehr praktisch orientierten Arbeitsmethoden in der Astrologie sind zunächst die beiden Vorträge von » Bruno Huber und Marion March ° zu nennen. Die von Bruno Huber entwickelte optische und farbliche Darstellung des Horoskopes spielt in der Astrologie allmählich eine immer grössere Rolle. Sie folgt graphischen Gesetzen und ermöglicht sowohl eine ganzheitliche Erfassung des Geburtsbildes wie auch durch das bildhafte Erfassen der Farben und der Aspektstrukturen, einen besseren Einstieg in die Deutung. Von beiden Vortragenden sind zahlreiche Aspektfiguren entwickelt worden, die zunächst ohne Berücksichtigung von Planeten und nur unter Beachtung der Aspektarten sehr präzise Deutung zulassen.

Dr. Baldur Ebertin

stellt in seinen beiden Vortragen die Bezugssysteme und Planetenstrukturen zwischen einerseits den Planeten und andererseits den physischen Organen des Menschen heraus. Die Berücksichtigung dieser Strukturen und Bezugssysteme ermöglichen in der astrologischen Beratung ein Erkennen von Anlagen zu bestimmten Krankheiten und Aussagen zum Krankheitsverlauf, Heilverfahren usw. In der »Kosmobiologie« hat das Horoskop noch weitgehend ungenutzte grosse Möglichkeiten als Diagnostikum, Therapeutikum und Prophylaktikum.

Edith Wangemann legt in ihrem Referat »Astrologie zwischen Einflusstheorie und Entsprechungsdenken« zahlreiche Beispiele der Einflüsse des Mondes und der Planeten auf unser irdisches Leben dar. Eindrucksvoll waren ihre Beispiele aus der Medizin über die Abbildung kosmischer Realitäten in unserem Organismus.

Ernst von Xylander setzt sich in seinem Vortrag nicht ohne Humor mit der unseriösen »Gilde der Sterndeuter« auseinander und konnte für seine Darlegungen zur »phänomenologischen Astrologie« grossen Beifall für sich verbuchen.

Das Thema von B.A. Mertz war die »Thematik des Aszendenten, Persona-Persönlichkeit«. In sehr beeindruckender Weise arbeitet Mertz die Bedeutung des Aszendenten m Kombination mit dem Zeichen, Stellung des Geburtsgebieters und/oder mit Stellung eines Planeten im Aszendent-Zeichen heraus.

Die Darlegungen von Jean Pierre

Nicola über die »12 astrologischen Häuser im Lichte der Verhaltens-Psychologie« brachte eine neue Methode der Häuserbeurteilung. In fast formelhafter Weise ordnet er in seiner »konditionellen Astrologie« die Planetenprinzipien in »reduzierte Informationsstruktur«. Die Kombination dieser Prinzipien ermöglicht eine neue Art der Horoskopdeutung.

Die von Charles Harvey erläuterte »Harmonie Methode« als Schlüssel zur Selbstverwirklichung brachte den Zuhörern des Kontinents etwas völlig Neues. Harvey geht von der in Astrologiekreisen schon immer uneinheitlichen Beurteilung der Planeten, Häusersysteme und Zeichen aus und findet über die Zahl als Ausdruck der unendlichen göttlichen Macht zu einer neuen Dimension der Astrologie. Die Zahl ist für Harvey die Dynamik, mit der das Potential des Horoskopes erst ersichtlich wird und sich entfalten kann.

Gina Ceaglio, USA, stellt eine »neue Testmethode, basierend auf astrologischen Prinzipien« vor. Ausgehend von den Planeten als den Lebensthemata wurden

20 Grundprinzipien oder Fähigkeiten herausgearbeitet. Ergebnis ist ein Test mit der Möglichkeit von 800 Aussagen. Er ermöglicht eine genaue Standortbestimmung der Probleme des Ratsuchenden. Er gibt Hinweise, wo der Mensch in seinem Bewusstsein im Verhältnis zu seinem Potential steht.

In ihrem Vortrag »Geistige Dimensionen in der Astrologie« brachte Pam Bennet mit ihrem »Drachenzodiak« ebenfalls für die meisten Zuhörer eine neue Dimension der Horoskopdeutung. Das System ist einfach: Der Widderpunkt wird auf den aufsteigenden Mondknoten verschoben, das Horoskop also »gedreht«. Wer sich auf die Ausdeutung des Mondknoten versteht, erkennt die Deutungsregeln. Hier geht es um die Beziehung zwischen Sonne-Mond-Erde, um die Seelenentwicklung, um die Rückfindung zum Wert der Seele, um die kreative Entfaltung des Menschen, um das Wachstum der Seele vom Stofflichen zum Geistigen.

Jim Lewis »Astro-Kartographie«

geht von der Tatsache aus, dass sich bei jedem Wohnort- oder Aufenthaltsortwechsel zwar nicht die Planetenstellungen des Horoskopes, wohl aber die Stellung der Planeten in den Häusern verändert wegen der veränderten geographischen Breite. Das so veränderte Horoskop erhält so erhebliche praktische Bedeutung vor allem hinsichtlich beruflicher und persönlicher Entwicklungsm öglichkeiten, wenn z.B. bei den »verschobenen« Häusern Planeten in Nähe der Eckhausspitzen kommen.

Die Vorträge von Dr. Michel und Francoise Gauquelin über »statistische Untersuchungen über den Symbolgehalt von Planeten« haben für den Weltkongress eine grössere Bedeutung als es im ersten Augenblick scheint. Die Gauquelins als Statistiker waren ursprünglich angetreten, Beweismaterial gegen die Astrologie zu finden. Was herauskam, war genau das Gegenteil: nämlich Beweismaterial für die Astrologie. Sie untersuchten tausende von Horoskopen bekannter Sportler, Militärs, Politiker, Schauspieler, Künstler usw. auf Planetenstellungen vor allem in den Eckhäusern und stellten eindeutig einen Bezug zwischen Planetenstellungen und persönlichem bzw. beruflichem Erfolg fest.

Astrologie und Massenmedien

Elizabeth Teissier berichtet von ihren Erfahrungen mit den Massenmedien Presse, Funk und Fernsehen, von ihrem nimmermüden Kampf um die Anerkennung der Astrologie in der Öffentlichkeit. Frau Teissiers Kampf gilt den Vorurteilen gegen die Astrologie, gegen Unwissen, Unglauben und Aberglauben, gegen die unseriöse »Sonntagsastrologie«. Sie selbst weiss, dass letztlich über alle Widerstände die Astrologie als »königliche Kunst der Sterne« siegen wird.

Die Voraussetzungen hierfür sind gut. Es sei erinnert an den Vortrag von Dr. Serena Foglia »Astrologie heute«. Sie vergleicht die Vulgär- oder Sonnenzeichen-Astrologie« mit der Werbung, die stets die Weckung subjektiver Wünsche zum Inhalt hat und nicht davor zurückschreckten das Unbewusste des Menschen einzudringen. Jeder, der - sich manchmal selbst nicht sehr ernst nehmend - sein »Wochenhoroskop« in seiner Sonntagszeitung nach dem Frühstück am Wochenende liest, ist irgendwie positiv in seiner Gefühlsseite angespro- chen und - wenn er ehrlich sich selbst gegenüber ist - beim Lesen getragen von der Hoffnung, dass das Morgen besser ist als das Heute. Frau Foglia spricht in diesem Zusammenhang von einer »Neubewertung des Irrationalen«, die dem Menschen einen Ausweg aus dem Getriebensein und dem riefen Misstrauen gegen alles perfekt Rationale der Realität bietet.

Lassen Sie mich zum Schluss, verehrter Leser, noch einen persönlichen Ausblick hinzufügen, in dem ich auf das Horoskop des Weltkongresses zu-

Die Konjunktion Jupiter, Mond, Saturn in der Waage im 12. Haus erscheint mir eine neue, allerdings noch recht versteckte Richtung der Astrologie anzukündigen, die jedoch aus den Vorträgen des Weltkongresses schon sehr deutlich zu spüren war. Es ist dies die Loslösung der Astrologie von den anderen Wissenschaften hin zu einer selbständigen Disziplin, auch losgelöst von der äusseren Symbolik hin zu einem universellen Verstehen. Viele, die dabei waren, werden es gespürt haben: eine neue Morgenröte der Astrologie hat begonnen. Aber wir Astrologen kennen unsere Grenzen. Lassen Sie mich deshalb mit dem tiefsinnigen Ausspruch von Noel Jan Tyl schliessen: «Es gibt nichts neues unter der Sonne, aber die Sonne ist immer neu».