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Titel Ausgabe 2



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Zurück Ausgabe 2 vom 21.06.1981 • Seite 19ohne Login!

• Astrologie & Philosophie

Die Grosse Konjunktion

Louise Huber

Form und Leben müssen sich durchdringen

Saturn-Jupiter-Konjunktion:

Dauer bis September 1981. Welche Bedeutung hat diese Konjunktion für unser Leben? Wird sich das Bewusstsein der Menschen wandeln?

Ich möchte die psychologische, geistige und soziologische Auswirkung dieser noch bis zum September andauernden Konjunktion vom Prinzipiellen her beschreiben.

Saturn ist das Sicherheits-Prinzip, das am Alten festhält, das sich nicht verändern will und das Erworbene nach allen Seiten absichert. Jupiter hingegen symbolisiert unsere Sinnesfunktionen mit dem sich entwickelten Bewusstsein, das frei sein will und nach einer besseren Zukunft strebt. Diese zwei Prinzipien stehen in enger Konjunktion, d.h. sie wirken zusammen, gehen gcwissermassen eine Symbiose ein. Saturn, das Knstallisationsprinzip, das sich in der Materie zu erhärten und zu verewigen sucht, wird durch den Jupiter transparenter, offener für geistige Wertungen und neue Erkenntnisse, die ausgewogener, sinnvoller und nicht nur materiell wichtig sind. Umgekehrt wird das Sinnenhafte des Jupiters, der auf optimales Erleben eingestellt ist, durch den Saturn ernsthafter, gehaltvoller, zur Realität in Beziehung gebracht und an soziale Bedingungen angepasst.

Die Wirkung dieser Konjunktion kann man heute überall beobachten. Viele Menschen befriedigt das nur materielle, saturnische Leben nicht mehr. Sie verspüren eine nagende Unzufriedenheit mit ihrem Leben, sehnen sich nach einem inneren Erfülltsein, nach einem glücklicheren Dasein. Das war schon immer so, werden Sie denken. Aber in dieser Zeit ist es besonders intensiv und keiner bleibt davon unberührt. In alten Schriften wird diese Konjunktion nicht umsonst die »Rosenkreuzer-Konjunktion« genannt oder als »Symbol der Pietät und Religiosität« bezeichnet. Form und Leben müssen sich durchdnngcn, heisst die Botschaft dieser Sterne.

Tatsächlich sind die Menschen heute viel offener für geistige Ideen und geneigt, das Leben von einer höheren Warte aus zu betrachten. Die Erfüllung materieller Wünsche genügt ihnen nicht mehr. Sie suchen nach einem neuen Bewusstsein, nach einem neuen Lebensgefühl und werden dadurch jener höheren Gesetzmässigkeiten gewahr, die sie vorher nur gelegentlich, in seltenen Augenblicken verspürten, und die ihrem Leben einen neuen Sinn verleihen. Das kommt daher, weil Jupiter die Sinnesfunktionen stimuliert und in vielen Fällen eine höhere Wahrnehmungsfähigkeit für subtile Schwingungen aktiviert.

Beim Weltkongress in Zürich wurde dies deutlich: Die Astrologie mit ihrem alten Weisheitsgut wird nicht mehr nur an materiellen Beweisen, an Ereignissen oder Prophezeihungcn gemessen, sondern man beginnt die Lebensqualität - das sich erweiternde Bewusstsein - als wesentlichen Faktor in der Astrologie zu sehen. »Astrologie als Lebenshilfe« dürfte dieser Konjunktion entsprechen.

Es ist jedenfalls sicher, dass diese Konjunktion eine Veränderung auf vielen Lebensgebieten verlangt. Wie bei allen Entwicklungsprozessen wird sie zuerst im Zusammenprallen alter Strukturen mit neuen Bestrebungen sichtbar. Es zeigt sich beispielsweise darin, dass junge Menschen gegen Rechtsformen und Gesetze, die sinnlos geworden sind und dem sich entwickelnden Leben nicht gerecht werden, Sturm laufen. In den Wissenschaften muss dem

Menschen und seinen Lebensbedingungen mehr Gewicht beigemessen werden, wenn die Menschheit weiterbestehen soll. Man muss sich bemühen, das in der Form inkarnierte Leben wichtiger zu nehmen als kalte Wissenschaftlichkeit und technofile Formeln. Im Religiösen geht es um echte innere Erfahrung und nicht um die Durchsetzung verhärteter Dogmen, m der Erziehung um die Entwicklung des Kindes und nicht um autoritäre Massnahmen und Verbote.

In der Politik und Wirtschaft wird man sich immer mehr mit den organischen Lebensbedingungen und Forderungen befassen müssen und weniger um Macht, Profit und geschriebenes Recht kämpfen. In den Künsten geht es um die geistige Durcharbeitung der Form, in der Medizin, Psychologie und Astrologie um den Menschen und nicht um die Auswertung technischer Daten und Zahlen. Es geht in der Zukunft immer mehr um die Entfaltung des freien inneren Menschen, der mit Hilfe und durch die Nutzanwendung aller wissenschaftlicher Errungenschaften sich zu einem freien Individuum entwickeln kann und dadurch schöpferisch wird.

So gesehen, ist diese Konjunktion eine fruchtbare Verbindung, der Keim für ein neues Menschheitsbewusstsein. Es liegt an uns, diesen Samen aufgehen zu lassen, indem wir die notwendigen Krisen in Kauf nehmen, die mit jeder Weiterentwicklung und Veränderung verbunden sind, und indem wir uns gegenseitig stärken, den Glauben und das Vertrauen an eine bessere Zukunft - trotz Gegenkräften - aufrecht zu erhalten.