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Titel Ausgabe 5



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Zurück Ausgabe 5 vom 21.12.1981 • Seite 6ohne Login!

• Grundwissen

Das Familienmodell, Teil 2

Bruno Huber

Ich habe diesen zweiten Teil des FAMILIENMODELLS drei Tage vor Eintreffen des unten abgedruckten Briefes geschrieben. Also etwa zu dem Zeitpunkt als er geschrieben wurde. Telepathie?

Wie leicht feststellbar, enthält er nämlich genau die Antworten auf die im Brief gestellten Fragen. Besten Dank also, Herr Nägeli, für die telepathischen Anregungen!

Sehr geehrter Herr Huber,

Ich habe im ASTROLOG Ihr »angriffiges« Modell der Familie mit grossem Interesse gelesen. Ich danke Ihnen für die Herausforderung. Möge sie auf viele anregend wirken.

Mit meinem Wassermann-AC und meiner Widder-Sonne finde ich Ihre Fragestellung: »SATURN = FRAU?« sehr originell und einer eingehenden Prüfung wert. Es dürfte übrigens gar nicht so schwerfallen RHEA, die Gattin des Chronos, als MUTTER zu sehen. Sie ist eine vollwertigere MUTTER als Demeter.

Gar nicht einfach dagegen wird dann die Interpretation des UrHoroskops in bezug auf KREBS-MOND. LÖWE-SONNE wird als VATER und Patriarch weiterhin voll anerkannt, KREBS-MOND aber der MUTTER-Attribute beraubt. Würde dann für LÖWESONNE GEIST gesetzt und für KREBS-MOND SEELE, dann würde es wieder stimmen. Wo ist dann aber VATER, wo MUTTER?

Wenn man die Symmetrie und die Logik des Ur-Horoskopes beibehalten will, müsste es dann heissen: WASSERMANN-URANUS ist »Vater«, STEINBOCK-SATURN »Mutter« ?

Es ist uns prophezeit, dass im Was-sermann-Zeitalter ein geistiger Umbruch erfolgen muss. Altes wird in , Frage gestellt, neue Antworten müssen gesucht werden. Für die Astrologie ist die von Bruno Huber gestellte Frage: »Saturn = Frau?« in diesem Rahmen zu sehen. Die Antworten werden nicht einfach angeboten werden; es bedarf der Auseinandersetzung und der Arbeit. Möge hie und da eine uranische Intuition bedeutende Schritte weiterhelfen.

Alles fliesst! Warum nicht auch das astrologische System?

E. N., Feldmeilen

Ich hatte damals, vor fünfzehn Jahren, als ich mich entschloss, die Vater- und Mutterproblematik astrologisch zu untersuchen, zunächst ordentlich Schwierigkeiten, mir eine brauchbare Arbeitshypothese zu erarbeiten. Ich scheiterte für's erste an den fixierten Positionen astrologischer Zuordnungen:

Nach alter (ptolemaeischer) Auffassung werden bis heute SONNE und MOND in LÖWE, respektive KREBS als sogenannte »Herrscher« zugeordnet, das heisst also unten im Tierkreis (siehe Bild).

Diesen Positionen gegenüber wird oben in STEINBOCK und WASSERMANN der SATURN angeordnet. Es war mir bereits früher gelungen, in einer anderen Versuchsanordnung die »Herrschaft« (die ich lieber als »Anteiligkeit am Zeichen« bezeichnen möchte) dieser und auch der übrigen Planeten eindeutig zu bestätigen. Ich hatte also keinen Grund, irgendwelche Zweifel an dieser Zuordnung zu haben.

Da in aller Symbolik, besonders aber in der astrologischen, oben und unten eigentlich hierarchische Wertungen sind, würde die Saturnzuordnung OBEN gleichbedeutend mit HERRSCHEN, und die Sonne- und Mondzuteilung UNTEN gleichbedeutend mit BEHERRSCHT WERDEN sein. In einer patriarchalen Kultur wie der unsrigen muss das zwangsläufig bedeuten, dass Saturn der Regierende - also der Vater ist. Es macht den Mond als Mutter verständlich, und mag den Umstand erklären, warum in der deutschen Sprache (im Unterschied zu lateinischen Sprachen) DIE Sonne weiblich ist.

Nun ergab aber meine Untersuchung der Testhoroskope etwas seltsames: Wenn in solchen Horoskopen der Saturn verglichen mit Sonne und Mond am höchsten im Häusersystem stand, dann handelte es sich um Menschen, die in mehr oder weniger betont matriarchalen Familienverhältnissen aufgewachsen waren. Besonders auffällig waren Saturnstellungen im 10. und 9. Haus. Bei all diesen Menschen nämlich ergab die Persönlichkeitsanamnese einen betonten Mangel an »Nestwärme« und »Pelzgefühl« in der Kindheit. Und die Mütter wurden von den Versuchspersonen als »gescheit« bis »allwissend« (im 9. Haus) oder als »dominant« bis »herrschsüchtig« (im 10. Haus) bezeichnet.

Diese Feststellungen brachten zwar zuerst meine Konzepte etwas durcheinander, öffneten aber auch die Tür zu einer brauchbaren Hypothese: 1) die Mutter ist Saturn, und 2) die Hierarchie im Häusersystem ist nicht die gleiche wie im Zodiak.

Schliesslich ergab sich durch weitere Untersuchungen, bei denen auch die Väter einbezogen wurden, dass sogenannt »Ideale« -und das heisst natürlich patriarchale - Familienverhältnisse da herrschten, wo in den Horoskopen die Sonne im 8. bis 11. Haus und der Saturn im 2. bis 5. Haus standen.

Hier das Beispiel eines echt patriarchalen Horoskopes: DIE SCHWEIZ, ein Staat, in dem die Frauen selbst (so zeigten mehrfache Abstimmungen) bis ins letzte Jahrzehnt hinein die politische Mitbestimmung (Frauenstimmrecht) nicht haben wollten.

Beispiel eines matriarchalen Staatshoroskopes: LIBYEN, ein Land, in dem die Mütter und Kinder die wirkliche Kraft im Staat sind. Oder mundan-astrologisch ausgedrückt: Die Launen des Volkes (Mond) und die Staatshierarchie der Verwaltung und Ökonomie (Saturn) bestimmen wirklich. Ghaddafi (Sonne) muss sich in zugeteilter Rolle entsprechend gebärden.

(Der äussere Eindruck täuscht da, wie ich von Insidern weiss.)

Und schlussendlich kam ich zu der noch differenzierteren Regelformulierung:

JE HÖHER IM HÄUSERSYSTEM EIN HAUPTPLANET STEHT, UMSO MEHR BEDEUTUNG HATTE DIE ENTSPRECHENDE PERSÖNLICHKEIT IN DER FAMILIE. DIE SONNE ZEIGT DABEI DIE VATERROLLE, SATURN DIE MUTTER-ROLLE UND DER MOND DIE ROLLE DES HOROSKOPEIGNERS AN, DIE ER ALS KIND IN DER KOLLEKTIVUMGEBUNG SPIELTE, IN DER ER AUFWUCHS.

Über die wirkliche Verteilung der Rollen in der Familie gibt also nicht etwa die Lagerung der Hauptplaneten (SONNE, MOND, SATURN) im Zodiak, sondern diejenige im HÄUSERSYSTEM Auskunft. Und das fördert eine möglicherweise revolutionäre Erkenntnis zutage.

Wenn der Saturn im Tierkreis an höchster Stelle angeordnet wird – im Gegensatz dazu aber im Häusersystem die Sonne, und wenn Saturn = Mutter/Sonne = Vater sind, dann bedeutet das zwingend, dass sich im Zodiak ein entwicklungsgeschichtlich älterer Zustand (das MATRIARCHAT) niedergeschlagen hat als im Häusersystem (das PATRIARCHAT).

Ich bin seit vielen Jahren durch eine ganze Anzahl weiterer Forschungsprojekte zu der Überzeugung gelangt, dass sich im System der Tierkreiszeichen all das nach langen Erfahrungsprozessen niederschlägt, was »genetische Dichte« erlangt hat, und damit zum Festbestandteil menschlicher Messweisen geworden ist (archetypisches Wissen).

Diesem »Urwissen« (der gesamte Zodiak), aus dem uns eine individuelle Auswahl über die Erbmasse zukommt (die Zeichenbesetzung durch Planeten im persönlichen Horoskop), steht »Kulturwissen« gegenüber, das sich im Häusersystem niederschlägt. Diese Wertvorstellungen sind Resultat jüngerer Geschichte – Eigenschaften der Kultur, in die wir hineingeboren sind, die uns durch das Leben in der Gemeinschaft und durch Erziehung vermittelt werden.

Das Häusersystem ist also eine wandelbarere Struktur im Geburtsbild als die Zeichen. Es drückt die Wertmassstäbe unserer eigenen, gegenwärtigen Kultur aus. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass es im Verlauf der letzten 2000 Jahre über zwanzig verschiedene solche Systeme gegeben hat, von denen heute noch mindestens sechs in mehr oder weniger häufigem Gebrauch sind. Dem stehen nur zwei zodiakale Systeme gegenüber.

In der nächsten Folge zum Thema möchte ich mich etwas eingehender mit der sich aus diesem Modell ergebenden Praxis befassen.

(Bauernregeln)

• Neujahrstag hell und klar, deutet auf ein gutes Jahr.

• Wenn's um Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch stiebt.

• Januar warm - dass Gott erbarm!

• Wenn's an Lichtmess (2. Februar) stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

• Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, geht er wieder auf Wochen zu Loche.